Die wissenschaftlichen Grundlagen

Positive Psychologie und Positive Leadership

Die Positive Psychologie ist eine relativ neue Forschungsrichtung innerhalb der Psychologie. Ins Leben gerufen wurde die Disziplin, als Prof. Dr. Martin E. P. Seligman (Universität Pennsylvania, USA) mit Antritt seiner Amtszeit als Präsident der American Psychological Association im Jahre 1998 dazu aufrief, mit der Positiven Psychologie eine „neue Wissenschaft menschlicher Stärken“ zu fördern (zu den Ergebnissen im Einzelnen vgl. insbesondere Tal Ben-Shahar 2007; Ed Diener/Robert Biswas-Diener 2008; Barbara Fredrickson, 2009 und Sonja Lyubomirsky, 2008).

Die Positive Psychologie konzentriert sich auf die Erforschung der positiven Aspekte des menschlichen Lebens und Miteinanders, die das Leben gesünder, besser, glücklicher und letztlich lebenswerter machen. Dabei richtet sie den Blick gezielt darauf, welche Eigenschaften und welche Rahmenbedingungen mit Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit zusammenhängen. Sie stellt den Versuch dar, jene Eigenschaften von Menschen besser zu verstehen, die zu einem guten Leben beitragen und möchte es Menschen ermöglichen, ihre Stärken und Talente genauer kennen zu lernen und im Alltag für sich einzusetzen. Die Positive Psychologie unterscheidet sich dadurch von der traditionellen Konzentration der Psychologie auf klinische Fälle und emotionale Probleme.

Positive Leadership ist ein grundlegend neues Führungsverständnis, das Ergebnisse aus der Positiven Psychologie mit den Grundfragen und -praktiken der Führung verknüpft. Zahlreiche Methoden und Instrumente wurden aus der Positiven Psychologie in die Unternehmenspraxis implementiert und wissenschaftlich untersucht. Ziel des Ansatzes ist die Förderung und Entwicklung des Besten in Mensch und Organisation.

Positive Leadership basiert auf den drei Prinzipien: Sinn - Stärken - Einfluss und liefert damit das Fundament für bessere Leistungen, Zufriedenheit und Sinnstiftung am Arbeitsplatz.

 

Der Führungsansatz besteht aus folgenden Hauptbereichen:

 

  • Flow – Bei diesem von Mihály Csíkszentmihályi aus der Glücksforschung entwickelten Ansatz geht es um die Kombination von Höchstleistung und Arbeitszufriedenheit.
  • Engagement – Hierbei geht es um die Messung von Mitarbeiterengagement anhand derjenigen Faktoren, die eine hohe Korrelation zur Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern zeigen.
  • Stärkenorientierung – Hierbei geht um das Stärken von persönlichen Stärken auf Basis wissenschaftlicher Messinstrumente (insbesondere dem Clifton StrengthsFinder) zur Analyse persönlicher Stärken und Teamstärken.
  • Grid – Bei diesem von Robert Blake und Jane Mouton entwickelten Ansatz geht es um die Beteiligung von betroffenen Mitarbeitern zur Erzielung größtmöglicher Identifikation mit dem Unternehmen.
  • Sechs Hüte des Denkens – Bei diesem von Edward de Bono entwickelten Ansatz geht es um die Steigerung der Effizienz von Teams durch den Aufbau des parallelen Denkens.
  • Vision – Hierbei geht es um die Definition der Unternehmensgrundwerte, des Unternehmenszwecks, der herausfordernden Unternehmensziele sowie der langfristigen Unternehmensvision.

 

Zahlreiche Unternehmen wie BMW, Ikea, Douglas, Thalia, Globus, Heinz, Unilever, The Wrigley Company, Media-Markt, Saturn, 3M und Metro setzen die Ansätze und Instrumente erfolgreich zum Aufbau einer positiven Unternehmenskultur ein.