Anerkennung & Lob

Wie oft haben Ihre Mitarbeitenden in den letzten Tagen, Monaten oder vielleicht Jahren von Ihnen als Führungskraft echte und authentische Anerkennung oder Lob erhalten? Oder anders gefragt: Wie wertschätzend würden Sie sich als Führungskraft einschätzen?

 

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Sie Ihre Mitarbeitenden oft loben sollten. Und ob es nicht ausreichend sei, einmal im Jahr, nämlich im Mitarbeitergespräch, Ihre Mitarbeiterin, Ihren Mitarbeiter zu loben. Um es kurz zu machen: Nein. Die gute Nachricht ist: Wenn Sie Lob und Anerkennung zeigen, und zwar echt, ehrlich und authentisch, dann freut sich nicht nur Ihr Mitarbeiter, Ihre Mitarbeiterin, sondern auch Sie profitieren davon. Denn wenn Mitarbeitende bei Dauerbelastung wenig Anerkennung erhalten, steigt das Risiko, an Burn-Out und Erschöpfung zu erkranken, um ein X-faches.

 

 

Was können Sie denn jetzt konkret tun, um wertschätzend zu führen? Das ist gar nicht so schwierig. Sie könnten, wie bereits eingangs erwähnt, Ihre Mitarbeiterin/Ihren Mitarbeiter echt, d. h. authentisch loben. Denn Lob ist eine Möglichkeit, Anerkennung auszudrücken. Also, statt nur im Stillen für sich zu denken, dass Mitarbeiter X das Projekt vorbildlich und termingerecht vorbereitet hat, könnten Sie dies auch aussprechen. Auch wenn es «sein» Job ist, wird er sich über das Lob freuen. Und beim nächsten Projekt wiederum sein Bestes geben.

 

 

Sind dem Mitarbeiter/der Mitarbeiterin Fehler unterlaufen, fokussieren viele Führungskräfte genau auf diese Fehler. Oft geht dann der Blick für das, was gut gelaufen ist, verloren. Fehler machen zu dürfen, ist aber wichtig. Vielleicht erinnern Sie sich an Ihre erste Autofahrstunde? Das hat sicher nicht auf Anhieb geklappt. Waren Sie da nicht doch stolz, ein paar Meter gefahren zu sein? Und als Sie das erste Mal auf Anhieb einparken konnten Nun, sicher hat es ein Feedback von Ihrem Fahrlehrer gebraucht. Hoffentlich ein konstruktives. Denn ist es nicht angenehmer, in einer Umgebung zu lernen, in der Sie gelobt werden und eine konstruktive Rückmeldung erhalten? Genau so geht es Ihren Mitarbeitenden. Auch sie sind stolz auf ihre Arbeiten und lernen besser, wenn Sie als Führungskraft mit deren Fehlern konstruktiv umgehen.

 

Falls Ihr Mitarbeiter/Ihre Mitarbeiterin fachliche Lücken hat, sprechen Sie diese an und finden Sie eine Lösung, wie die Lücken geschlossen werden können. Geld in fachliche und persönliche (Weiterbildungs)angebote zu investieren, ist sinnvoll und stärkt nicht nur den Mitarbeit oder die Mitarbeiterin, sondern das ganze Team und damit die ganze Organisation.

 

 

Weitere Möglichkeiten, Anerkennung auszudrücken, sind, den Mitarbeitenden Aufgaben zu übertragen, die ihren Stärken entsprechen. Sicher kennen Sie die bekannte Geschichte des Pinguins, der so elegant wie eine Giraffe sein möchte, aber es einfach nicht schafft. Und dann springt er ins Wasser und ist «in seinem Element» blitzschnell unterwegs. Wer seine Stärken und Talente ausleben kann, stärkt seine Zuversicht, was sich wiederum nachweislich positiv auf die Gesundheit und die Leistungserbringung auswirkt. Oder Sie als Führungskraft übertragen dem Mitarbeiter/der Mitarbeiterin mehr Verantwortung, oder Sie schaffen Transparenz oder tragen durch Ihre wertschätzende Haltung Positives zur Förderung der Teamarbeit und Kooperation bei.

 

 

Warum wir uns mit Wertschätzung schwertun

 

Wenn Anerkennung und Lob so förderlich sind, warum tun wir uns dann schwer mit dem Aussprechen von Wertschätzung? Das ist einerseits kulturell begründet: Wertschätzung gehört in unseren Breitengraden eher in den privaten Bereich – im Business hat es wenig verloren. Andererseits ist vielen das Faktenwissen über gesundheitliche, motivationale und wirtschaftliche Zusammenhänge in Bezug auf Wertschätzung nicht bekannt. Neurobiologische Forschungsergebnisse belegen jedoch, dass Führungskräfte mit ehrlicher und authentischer Wertschätzung einen wesentlichen Beitrag zur Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden leisten können.

 

Das Gute ist: Wertschätzend zu führen ist erlernbar. Aber: Es dürfen nicht leere Worthülsen ausgesprochen werden, sondern die Haltung, mit der ein Lob, eine Anerkennung etc. ausgesprochen wird, ist entscheidend. Als Führungskraft müssen Sie auch wirklich meinen, was Sie sagen. Falls Sie sich mit dem Aussprechen von Lob schwer tun, könnten Sie in einem ersten Schritt Ihren Mitarbeitenden gemeinsame Zeit schenken, indem Sie zum Beispiel zusammen in der Pause einen Kaffee trinken oder Ihrer Mitarbeiterin/Ihrem Mitarbeiter bei einer Arbeit behilflich sind. Kleine Dinge bewirken da oft erstaunliches.

 

Studien

 

 

Übrigens: Inzwischen gibt es etliche Studien zum Thema Anerkennung, Gesundheit und Motivation. In der breit angelegten «INQA-Studie» von 2004 wurden 5400 Erwerbstätige befragt, was gute Arbeit bedeutet. Nebst verlässlichem Einkommen und einem unbefristeten Arbeitsverhältnis wurde Folgendes genannt: Eigene Fähigkeiten einbringen und entwickeln können, den Sinn in der Arbeit erkennen, Anerkennung erhalten, soziale Beziehungen entwickeln, Führungsqualität des Vorgesetzten.

 

              

 

 

 

Impuls: Nehmen Sie unser Märzthema als Anstoss darüber nachzudenken und zu prüfen, wie Sie zu Anerkennung und Lob stehen. Achten Sie im März bewusst darauf, wie Sie mit Anerkennung umgehen. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich darüber freuen. Auch den unternehmerischen Erfolg werden Sie damit stärken.

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