Positive Recruiting. Wäre das was?

Sind Sie auch in der Personalauswahl tätig? Oder erinnern Sie sich an Ihr letztes Vorstellungsgespräch? Wenn man das Thema Positive Leadership ganzheitlich betrachtet, dann beginnt es eigentlich schon in der Personalauswahl. Personaler und Recruiter könnten also bereits im Auswahl Prozess bewusst nach Stärken und Talenten suchen. Bereits die Dossiers der Bewerber könnten hier mindestens Ansatzpunkte liefern (ich weiss: aus wissenschaftlicher Sicht weisen die Bewerbungsunterlagen eine äusserst tiefe prognostische Validität auf. Ein Versuch ist aber doch Wert, oder?). Natürlich sind auch die klassischen Instrumente in der Personalauswahl nach wie vor wichtig und richtig. Doch was wäre, wenn im Interview mit Bewerbern auch die folgenden Themen mehr Bedeutung erlangen würden:

 

  • Was tun Sie im Leben wirklich gerne?
  • Welche Aktivitäten erfüllen Sie?
  • Was bringt positive Energie in Ihr Leben?
  • Was glauben Sie, ist Ihre Berufung im Leben?
  • Welche Aktivitäten führen Sie in den Flow, so dass Sie alles um sich herum vergessen?
  • Unter welchen Umständen liefern Sie die besten Ergebnisse?
  • Wann und bei welcher Tätigkeit waren Sie das letzte Mal so richtig in Ihrem Element?
  • Was haben Sie bereits als Kind getan und tun es heute noch? Aber vielleicht besser?

 

Spüren Sie bereits den Unterschied dieser Frageart zu den klassischen, verhaltensorientierten Fragen? Die Wissenschaft weiss, dass nicht nur Wort zählen, sondern auch die so genannten somatischen Marker. Konkret: Hören Sie nicht nur auf die Worte Ihres Gegenübers, sondern achten Sie auch ganz bewusst auf körperliche Signale. Erkennen Sie etwas an der Mimik, Gestik, Stimme oder an der Haltung des Interviewten, das seine Aussagen stützt? Vielleicht sogar das gewisse Leuchten in seinen Augen? Dann dürfen Sie sich freuen: Hier spricht das Unbewusste des Gegenübers mit. Und diesem dürfen Sie auch vertrauen. Probieren Sie es aus! Es macht nicht nur Spass, stärkenorientiert zu interviewen, sondern bringt Ihnen auch eine neue Sichtweise auf den Menschen. Sie dürfen ja trotzdem noch die konventionellen Verfahren anwenden. Vielleicht könnten Sie aber einmal mit den obigen, stärken- und ressourcenorientierten Fragen ergänzend arbeiten.

 

Ich wünsche Ihnen viel Spass und viele gute Erfahrungen mit dieser Methode; Ihr Feedback und Ihre Meinung nehme ich natürlich gerne entgegen!

 

Herzliche Grüsse

Christoph Dobler

Kommentar schreiben

Kommentare: 0